Zukunftsgedanken

Morgen ist mein 22. Geburtstag und anstatt mich wie wahnsinnig darauf zu freuen, blicke ich ihm eher etwas wehmütig entgegen. Wehmütig, weil ich gerade nicht das Gefühl habe, mich darauf einlassen zu können. Gefangen in den letzten Tagen der Uni-Hölle, beim panischen Abschließen der schriftlichen Diplomarbeit und sämtlicher Projekte (mit dem wahnsinnigen Vorsatz noch irgendwie die Qualität zu halten), fehlt mir die Kopf für Vorfreude oder die Planung einer Feier.

22 Jahre – ist das nun jung oder alt? Manche haben mit diesem Alter schon einiges erreicht, einige noch nichts begonnen. Ich bin glücklich mit meiner bisherigen Entwicklung in diese Welt des Ordnens, Überlegens, Gestaltens und Begeisterns. Vor 2 1/2 Jahren hätte ich mich nie an dieser Stelle gesehen, wo ich jetzt bin und genauso ahnungslos blicke ich auf das nächste Jahr. Auf dem Weg meines Studiums haben ich bisher meine Liebe zur Schrift, zum Konzepten, zum Texten gefunden und viele Freunde kennengelernt, die mich inspirieren.

Ich weiß nicht, was ich genau weitermachen möchte, außer, dass sich diese unglaubliche Unruhe in mir, etwas zu schaffen, zu verändern, zu bewegen hinaus will. Und die möchte laut schreiend andere in ihren Bann ziehen. Ich weiß aber, dass ich in keine größere Agentur möchte. Ich will kein Rädchen in der Maschine sein, ich will am Steuer sitzen oder zumindest darauf blicken können. Aber auch meine Selbstständigkeit im großen Stil ausbauen möchte ich nicht, dazu will ich noch viel zu viel erfahren. Was ich aber bereits erkannt habe, ist, dass ich so richtig frustriert werde, wenn ich mich nicht mit anderen austauschen kann. Wohl auch ein Grund nicht gleich allein im vollen Maße loszuarbeiten.

Zukunftsgedanken

So blicke ich also mit vielen Fragezeichen und Aufregung in mir dem morgigen Tag entgegen. Meine immerwährende Lebensherausforderung, einen ausgewogenen Umgang mit Zeit zu finden, werde ich morgen nicht bestreiten können, aber vielleicht komme dem ein Stückchen näher, wenn ich mir jetzt die Mühe gebe, alles dringende für einen freien Geburtstag abzuarbeiten.


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  1. Ich habe deine Zeilen nur überflogen, aber der Satz „Was ich vorher in Filmen für kitschig und banal hielt wurde…