Jetzt wirt’s schmutzig

Langsam geht es mit dem österreichischen Wahlkampf in die wärmere Phase. Wie der Neuwal berichtet setzt die ÖVP nun in ihrer dritten Plakatserie auf Negativkampagne. Ich halte das für eine heikle Sache, denn wer zu viel auf den anderen schimpft, wirkt am Ende auch nicht besser. Verglichen mit dem damals offensiven SPÖ-Spot, sahen 2006 die ersten Versuche der ÖVP noch etwas taktvoller und subtiler aus:

[youtube Jf9FdLe3pqo]

2008 wird anscheinend aufgeholt und das auf eine derbe, marktschreierische und billige Art.

[youtube wsdNmWgBvfU]

[youtube SWWNcfNjvm4]

In den USA ist das sogenannte »dirty campaigning« Gang und Gebe, in Österreich wirkt es übertrieben, unerwartet und irgendwie peinlich. Zumalen es in den USA bei der Präsidentschaftswahl auch eine andere Situation ist, da es nur einen Sieger geben kann. Bei unseren Nationalratswahlen hingegen gibt es nachher zwar auch einen Sieger, doch dieser muss mit anderen zusammenarbeiten, um eine Regierung zu bilden. Denn wenn man sich die aktuellen Umfragen anschaut, wird das eine Partei alleine wohl kaum mehrheitlich schaffen.

Wie schon in meinem Kommentar auf Newals letzten Post zu diesem Thema erwähnt, bombardiert man so bereits im Vorhinein mögliche Zusammenarbeiten. Dabei gehen Sachlichkeit und die wesentlichen Inhalte in Polemik verloren. Kämpfen, schmipfen, provozieren. Da ist es kein Wunder, dass bei so viel Negativem und billiger Unterhaltung einige eine Haltung der Verweigerung einnehmen. Wo soll denn angesichts dieser Kommunikation, und damit meine ich nicht nur die ÖVP, der Ausblick auf gemeinschaftliche Lösungen in der Zukunft bleiben?


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  1. Ich habe deine Zeilen nur überflogen, aber der Satz „Was ich vorher in Filmen für kitschig und banal hielt wurde…