Emotionen sind mehr wert als Geld

Vor ein paar Wochen hatte ich Präsentation eines Designs. Es war eine lange Präsentation, sie hat insgesamt fast zweieinhalb Stunde gedauert. Auch wenn es nur um die Absegnung des Look and Feels ging, hat der Kunde oft sehr detaillierte inhaltliche Einwände gebracht. Ich habe dann immer wieder unterbrochen, da viele Fragen an anderen Stellen geklärt würden, nur das Vorankommen wurde so sehr langsam und mühsam. Nach eineinhalb Stunden ständigen Begründens und Gegenargumentierens war ich schon ziemlich leer und demotiviert. Und endlich, nach all der Kritik kam jetzt einmal eine positive Meldung, dass das Design gut sei. Am Ende der Präsentation ging ich ziemlich ernüchtert und frustriert hinaus. Es war so unbefriedigend.

Zuerst wusste ich nicht recht, was mich so gestört hatte. Doch dann wurde es mir klar – es hat mir das Gefühl von Wertschätzung gefehlt. Ich habe lange an dem Projekt gearbeite, mein ganzes Herz hineingesteckt, bestehende Probleme auseinandergenommen und gelöst. Ich wusste, dass es gut ist. Und anstatt Freude über den Entwurf beim Kunden zu sehen, waren es ein dauerhaft kritischer Blick. Ich habe bei diesem Job gut verdient, meine Arbeitszeit wurde finanziell vollständig honoriert. Doch emotional fast gar nicht.

Ich habe gemerkt wie wichtig mir diese Wertschätzung ist. Und noch mehr, ich möchte, dass der Kunde glücklich ist! Dass er sich freut, wie seine Anforderungen gelöst wurden. Als ich mein erstes realisiertes CD für die Cleaning Company gestaltet habe, habe ich vergleichsweise wenig daran verdient (war ja auch noch in Ausbildung), aber dennoch so viel bekommen. Zu erleben wie glücklich alle darüber waren, vom Image der Elefanten weg zu kommen und auf einmal das, wofür sie stehen, visualisiert zu sehen, war herrlich. Das sind eigentlich die Momente für die ich lebe. Wenn man sieht wie die eigene Begeisterung auf den Kunden übergeht und er erkennt, welche Möglichkeiten sich ihm auf einmal öffnen. Emotionen sind viel mehr wert als Geld.


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  1. Ich habe deine Zeilen nur überflogen, aber der Satz „Was ich vorher in Filmen für kitschig und banal hielt wurde…