{"id":2218,"date":"2011-07-26T20:59:49","date_gmt":"2011-07-26T19:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeichenschatz.net\/?p=2218"},"modified":"2011-07-26T20:59:49","modified_gmt":"2011-07-26T19:59:49","slug":"zwischen-euphorie-und-gelahmtheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeichenschatz.net\/en\/persoenliches\/zwischen-euphorie-und-gelahmtheit\/","title":{"rendered":"Mini-Sabatical \u2013 Zwischen Euphorie und Gel\u00e4hmtheit"},"content":{"rendered":"<address>Schon l\u00e4nger habe ich nicht geschrieben, wie es in meiner Entwicklungsauszeit voran geht. Ich muss sagen \u2013 es ist so ein auf und ab, denn bisher habe ich meinen Rhythmus anscheinend noch nicht gefunden.<br \/>\n<\/address>\n<h2>Viele Projekte auf meiner Liste<\/h2>\n<p>Ich hatte \u00fcber die letzten paar Monate Projekte gesammelt, die ich gerne umsetzen m\u00f6chte. Es wurde eine ganz sch\u00f6n lange Liste mit ganz sch\u00f6n vielen Projekten. Und das schient mich auch schon vom ersten Moment an zu blockieren. Ich konnte mich erst am f\u00fcnften Tag meiner Auszeit dazu aufraffen die Liste anzuschauen und die mir wichtigen Projekte rauszuschreiben. Pl\u00f6tzlich hatte ich einen Stapel von Aufgaben vor mir liegen, die abgearbeitet werden wollten. Und das l\u00e4hmte mich erst einmal und ich verfiel eher ins Nichtstun vorm Fernseher oder teilte mich mit Freizeitverpflichtungen ein. Ich konnte mich nicht wirklich motivieren irgendetwas von dieser Liste anzugehen.<\/p>\n<h2>Nichts umsetzen m\u00fcssen<\/h2>\n<p>Es half ein kurzes Gespr\u00e4ch mit <a title=\"Danke!\" href=\"http:\/\/www.einvoll.net\">Michael<\/a>, der wie immer detektivisch genau erkannte, woran es lag: ich setze wieder nur Projekte um. Wo ist dabei der Unterschied zu meinem Arbeitsalltag, au\u00dfer, dass nicht meine Kunden sondern ich die Projekte bestimme? Soll ich in meiner Auszeit wirklich dem selben Arbeitsrhythmus nachgehen? Eigentlich geht es nicht darum wieder Endprodukte zu erhalten, das kann ich ja ohnehin gut. Es geht viel mehr darum mich mit den <strong>Dingen zu besch\u00e4ftigen, die mich schon lange interessieren,<\/strong> f\u00fcr die ich mir aber im Alltag nie Zeit nehme.<\/p>\n<p>Das hat mich mal zur\u00fcck an den Start geworfen und dabei neue Perspektiven er\u00f6ffnet \u2013 was wollte ich denn schon lange mal machen oder erfahren, nicht umsetzen? Wie meinen Stapel gro\u00dfartiger ungelesener <a title=\"Ich liebe dich!\" href=\"http:\/\/www.brandeins.de\">Zeitschriften<\/a> und B\u00fccher zu lesen, mal wieder ins Museum gehen, mich noch intensiver mit Kochen auseinander setzen, das Thema M\u00f6beldesign, Kalligrafie, einfach bl\u00f6d herumzukritzeln, sinnlose Postkarten basteln, und, und, und.<\/p>\n<blockquote><p>Es geht nicht darum Dinge umzusetzen, sondern Raum zu schaffen mich mit den Dingen besch\u00e4ftigen, die mich interessieren.<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Erkenntnis war eine echte Erleichterung f\u00fcr mich. Doch sie dann auch in die Tat umzusetzen und zu leben, ist eine andere Sache.<\/p>\n<h2>Auch Freiraum braucht Struktur<\/h2>\n<p>Zumindest f\u00fcr mich. Wenn ich n\u00e4mlich schon so viele lockere M\u00f6glichkeiten habe, passiert es schnell, dass ich denke, ich w\u00fcrde meine Zeit verplempern. Deshalb habe ich begonnen (im <a title=\"Sagmeister\u2019s NYC sabbatical schedule.\" href=\"http:\/\/ario.tumblr.com\/post\/486613413\/sagmeisters-nyc-sabbatical-schedule\">Sagmeister-Style<\/a>) einen Stundenplan mit meinen Wunschbesch\u00e4ftigungen aufzustellen. Somit setzt ich sinnvollerweise eine Grenze zwischen Entwicklungszeit und Freizeit. Im Stundenplan steht dann genau womit ich mich wann besch\u00e4ftige. Und wenn es nur eine Stunde in die Luft schauen ist. Dann w\u00e4re diese Stunde einfach daf\u00fcr gedacht genau das zu machen, das w\u00e4re die Aufgabe dieser Zeit. Und damit w\u00e4re sie nicht verschwendet. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis f\u00fchlte sich das aber anders an.<\/p>\n<h2>W\u00fcrde ich mich doch daran halten<\/h2>\n<p>Ich hab zwar einen sch\u00f6nen Plan, aber ich merke seit einer Woche, dass ich mich kaum daran halte. Ich kalligrafiere nicht eine Stunde sondern vier. Und viele Dinge am Stundenplan mach ich gar nicht. Und das macht mir ein schlechtes Gewissen und stellt den Plan in Frage. Vielleicht sind die falschen Dinge am Plan, wenn ich sie nicht machen m\u00f6chte? Viel lieber verkomme ich wieder beim Fernsehen oder verabrede mich mit Freunden.<\/p>\n<h2>Die Angst sitzt im Nacken<\/h2>\n<p>Mich treiben zu lassen w\u00e4re vielleicht auch okay. Vielleicht brauche ich gerade genau das? Ich muss keine Ergebnisse liefern. Ich muss nur das machen, was mich interessiert. Das Problem ist nur, dass ich eher \u201enichts\u201c mache und glaube ich m\u00fcsste mehr machen. Leider sitzt mir dabei die st\u00e4ndige Angst im Nacken meine kostbare Auszeit einfach zu verschwenden.<\/p>\n<p>Es ist verdammt schwer f\u00fcr mich nichts umsetzen zu m\u00fcssen. Woran messe ich denn dann meine Ergebnisse? Die Erfahrung ist nat\u00fcrlich definitiv ein Ergebnis, aber reicht mir das? Vielleicht muss ich jetzt auch einfach so viel herumprobieren, damit ich bei der n\u00e4chsten Entwicklungsauszeit wei\u00df, was f\u00fcr mich richtig ist. Ist diese Entwicklungszeit nur Alpha-Phase? Was w\u00e4re so schlimm, wenn ich sie verschwende?<\/p>\n<h2>Zwischen den Welten<\/h2>\n<p>Jedenfalls schwebe ich nun so dahin zwischen all diesen Zust\u00e4nden. Einerseits voller Euphorie, weil ich gerade das Themenfeld M\u00f6beldesign erkunde oder die Kalligrafie mein Herz erfreut. Andererseits erfasst mich den halben Tag eine unglaubliche Tr\u00e4gheit, in der ich so gar nichts tun m\u00f6chte und dabei noch ein schlechtes Gewissen habe. Ich bin neugierig, wie sich das weiter entwickeln wird.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon l\u00e4nger habe ich nicht geschrieben, wie es in meiner Entwicklungsauszeit voran geht. Ich muss sagen \u2013 es ist so ein auf und ab, denn bisher habe ich meinen Rhythmus anscheinend noch nicht gefunden. 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