{"id":1597,"date":"2011-05-23T08:03:42","date_gmt":"2011-05-23T07:03:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeichenschatz.net\/?p=1597"},"modified":"2011-05-23T08:03:42","modified_gmt":"2011-05-23T07:03:42","slug":"typo-berlin-2011-mein-ruckblick-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeichenschatz.net\/en\/design\/typo-berlin-2011-mein-ruckblick-tag-1\/","title":{"rendered":"Typo Berlin 2011 \u2013 Mein R\u00fcckblick, Tag 1"},"content":{"rendered":"<address>Gerade wieder zuhause angekommen, liegen ein paar spannende Tage auf der Designkonferenz <a title=\"Das Programm der Typo Berlin 2011\" href=\"http:\/\/www.typoberlin.de\/2011\/index.php\">Typo Berlin<\/a> hinter mir. Mittlerweile war das meine f\u00fcnfte Typo in Folge. Vor Ort bleibt wegen des dichten Programms kaum Zeit zum Luftholen, deshalb ist es f\u00fcr mich ganz gut das Erlebte hier nochmals zusammenfassen und reflektieren zu k\u00f6nnen. Dabei geht es mir nicht um eine Nacherz\u00e4hlung aller Inhalte (das findet man ohnehin besser <a title=\"Das Typo-Blog mit allen Beitr\u00e4gen f\u00fcr 2011\" href=\"http:\/\/www.typoberlin.de\/blog\/category\/dokumentation-typo2011\">hier<\/a>), sondern um ausgew\u00e4hlte Eindr\u00fccken, die ich dieses Jahr f\u00fcr mich mitnehmen konnte.<\/address>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1624\" title=\"Typo Berlin 2011 \u2013 Mein R\u00fcckblick, Tag 1\" src=\"https:\/\/zeichenschatz.net\/uploads\/typo_berlin_2011_tag_1.png\" alt=\"Typo Berlin 2011 \u2013 Mein R\u00fcckblick, Tag 1\" width=\"500\" height=\"250\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Christoph Keese \u2013 Tablets als Medium<\/h2>\n<p>Christoph Keese vom <a title=\"Visit Website\" href=\"http:\/\/www.axelspringer.de\/\">Axel Springer Verlag<\/a> er\u00f6ffnete die Typo Berlin 2011 und erz\u00e4hlte schwerpunktm\u00e4\u00dfig \u00fcbers <strong>iPad<\/strong> und damit verbundene Ver\u00e4nderungen. Folgende Thesen f\u00fcr die nahe Zukunft (ich glaube es war f\u00fcr das Jahr 2020) fand ich dabei sehr spannend:<\/p>\n<ol>\n<li>93 % aller deutschen Haushalte werden einen Breitbandanschluss haben.<\/li>\n<li>Drei bis vier Marktpl\u00e4tze (so wie Apples App-Store) werden sich durchgesetzt haben.<\/li>\n<li>Achtzig Prozent der Leute werden Internet \u00fcbers Handy konsumieren.<\/li>\n<li>Zeitungen wird es noch immer geben (ein neues Medium hat noch nie ein altes komplett abgel\u00f6st).<\/li>\n<li>Free und Paid Content werden nebeneinander exisitieren.<\/li>\n<li>Tablets &amp; Smartphones werden \u00e4u\u00dferst wichtig sein.<\/li>\n<li>Zugriff zu \u201emeinem pers\u00f6nlichen Internet\u201c wird von jedem Ort und Ger\u00e4t m\u00f6glich sein.<\/li>\n<li>Journalismus wird sich nach Lesesituationen in denen er konsumiert wird richten (wie im Fahrstuhl oder Abends auf der Couch), nicht nach dem Medium in dem er publiziert wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Weitere interessante Aussagen seines Vortrages:<\/p>\n<ul>\n<li>Der durchschnittliche Leser besch\u00e4ftigt sich ca. 15 bis 20 Minuten am Tag mit einer Zeitung. Mit einer News-Website nur ein bis eineinhalb Minuten. Mit einer Zeitungs-App 15 Minuten am Tag.<\/li>\n<li>Apps laden beiderseits zum ausgelassenen Lesen und zur schnellen Information zwischendurch ein.<\/li>\n<li>Auch wenn beim Einf\u00fchren von Bezahlinhalten die Leseranzahl auf nur drei Prozent zur\u00fcck geht, ist das ein Erfolg. Denn: jetzt zahlen drei Prozent vorher waren es Null.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Roland Reu\u00df \u2013 Im Studium abgeschifft? Konzentration in Zeiten der Ablenkung.<\/h2>\n<figure style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a title=\"Roland Reu\u00df by Alexander Blumhoff, on Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/8327402@N06\/5737232061\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5066\/5737232061_7a9abf6550.jpg\" alt=\"Roland Reu\u00df\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Roland Reu\u00df, Foto: Alexander Blumhoff<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein sehr kotroversieller Vortrag vom Universit\u00e4tsdozenten <a title=\"Website von Roland Reu\u00df\" href=\"http:\/\/www.textkritik.de\">Roland Reu\u00df<\/a> zum <strong>Erhalt des Buches <\/strong>als<strong> Medium des Wissenstransfers.<\/strong> Folgende Aussagen waren f\u00fcr mich besonders interssant:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn sich die Gestaltung zwischen Leser und Autor stellt, erf\u00fcllt sie nicht ihren Zweck.<\/li>\n<li>Bei einem Buch gibt es eine unmittelbarere, intimere Auseinandersetzung mit Inhalt, nicht mit dem Medium. Beim Lesen am Bildschirm schiebt sich immer etwas dazwischen, denn der Computer ist daf\u00fcr da Ablenkung mit sich zu bringen.<\/li>\n<li>Wenn alle typografisch Fehler machen, wird es bald zur Norm (wie falsche Apostroph oder das Fehlen von Gedankenstrichen). Diese Details sind aber wichtig, denn wenn man sich nicht um Details k\u00fcmmert, k\u00fcmmert man sich irgendwann um gar nichts mehr.<\/li>\n<li>Das Buch ist kein Selbstzweck, es hat immer einen Aufgabe.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Teil fand ich den Vortrag von Roland Reu\u00df etwas \u00fcberzeichnet. Doch (im Gegensatz zu einigen in Publikum) verstand ich seine Aussagen nicht als Pl\u00e4doyer zur Verweigerung der digitalen Publikation. Es ging viel mehr darum, dass relevanter Inhalt weiterhin auch gedruckt und nicht nur als pdf irgendwo auf einem Server liegend, ver\u00f6ffentlicht wird und bei Bedarf ausgedruckt. Die Zug\u00e4nglichkeit von Dateiformaten in 10, 20 Jahren ist dabei nat\u00fcrlich auch ein Thema.<\/p>\n<h2>Was es sonst noch gab<\/h2>\n<p>Der Vortrag <a title=\"Oliver Reichenstein: We are the Medium\" href=\"http:\/\/www.typoberlin.de\/blog\/archives\/4511\">We are the Medium<\/a> von <a title=\"iA \u2013 Information Architects\" href=\"http:\/\/www.informationarchitects.jp\/en\/\">Oliver Reichenstein<\/a> war ein fr\u00f6hliches Intermezzo. Ein sch\u00f6nes Zitat zum Unterschied zwischen gestalteten und nicht gestalteten Dingen: \u201eDesign is putting thoughts into things\u201c.<\/p>\n<p>Der neuseel\u00e4ndische Type-Designer <a title=\"Klim Type Foundry\" href=\"http:\/\/klim.co.nz\/\">Kris Sowersby<\/a> brachte mit <a title=\"Kris Sowersby: Weine und Schilder\" href=\"http:\/\/www.typoberlin.de\/blog\/archives\/4578\">Weine und Schilder<\/a> frischen Wind mit viel Humor in den Abend, auch wenn ich aus seinem Vortrag jetzt nichts spezielles mitnehmen konnte.<\/p>\n<p>Zum Abschluss zeigte <a title=\"Javier Mariscal\" href=\"http:\/\/www.mariscal.com\/\">Javier Mariscal<\/a> sehr leidenschaftlich den dreij\u00e4hrigen Weg zum Animationsfilm <a title=\"Chico &amp; Rita\" href=\"http:\/\/www.chicoyrita.com\/home.html\">Chico &amp; Rita<\/a>. Der Film wurde im Anschluss auch gezeigt. Leider trieb mich aber der Hunger in die Stadt und so werde ich ihn wohl erst irgendwann im Heimkino genie\u00dfen.<\/p>\n<figure style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a title=\"P1110857 by TYPOworkspace, on Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/typoworkspace\/5735713075\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm6.static.flickr.com\/5142\/5735713075_c0e5452ff8.jpg\" alt=\"P1110857\" width=\"500\" height=\"281\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Haus der Kulturen der Welt, Foto: TYPOworkspace<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Mein Fazit vom ersten Tag<\/h2>\n<p>Die Typo Berlin 2011 fing f\u00fcr mich sehr kopflastig an. Man konnte bereits Schwerpunkt in Richtung neue Medien (wie Mobile Devices &amp; Tablets) und Theoriemodell zum Wandel der Gestaltungsaufgabe sp\u00fcren. Die Design-Vortr\u00e4ge waren an diesem Tag eher etwas d\u00fcnn und war ich am ersten Abend ein wenig entt\u00e4uscht. Dies sollte sich in den darauf folgenden beiden Tagen jedoch noch stark \u00e4ndern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade wieder zuhause angekommen, liegen ein paar spannende Tage auf der Designkonferenz Typo Berlin hinter mir. Mittlerweile war das meine f\u00fcnfte Typo in Folge. Vor Ort bleibt wegen des dichten Programms kaum Zeit zum Luftholen, deshalb ist es f\u00fcr mich ganz gut das Erlebte hier nochmals zusammenfassen und reflektieren zu k\u00f6nnen. 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